Rollstuhlbasketball ist eine klasse Werbung für Inklusion

Drucken
 
Co-Trainer Günther Mayer und Koordinator Michael Krayl vom mehrfachen Deutschen Pokalsieger und ehemaligen Weltpokalsieger und damit Aushängeschild der Deutschen Basketball- Bundesliga, dem RSV Lahn-Dill, haben im Rahmen des Projekts „Rollstuhlbasketball macht Schule in Hessen“ Station an der Johannes-Gutenberg-Schule gemacht. 
Organisiert von Klassenlehrerin Bettina Geist und durchgeführt von Sportlehrer Michael Guht hieß es im Sportunterricht der Klasse 9a „alles rollt“. Irgendwo zwischen quietschenden Reifen, Trash Talk und dem Geräusch, wenn der letzte Wurf durch das Netz saust, erlebten die Schülerinnen und Schüler, dass Rollstuhlbasketball nicht umsonst als eine der spektakulärsten Sportarten der Welt bezeichnet wird. Mit viel Herzblut und Leidenschaft erklärten die Profis aus der heimischen Region, was Athletik bedeutet und zeigten eindrucksvoll, mit wie viel Körperbeherrschung, Geschicklichkeit und Dynamik in dieser Sportart gespielt wird. 
Anschließend konnten sich die Jugendlichen durch verschiedene Übungen selbst mit dem Sportgerät „Rollstuhl“ vertraut machen, denn gespielt wird in einem speziellen Sportrollstuhl, dessen Rahmen fest verschweißt ist, und er dadurch äußerst wendig und belastbar ist. Körbe, Spielfeld und Spielzeit beim Rollstuhlbasketball haben exakt die gleichen Dimensionen wie  im „Fußgänger“-Basketball und schnell merkten die Schülerinnen und Schüler, dass es gar nicht so leicht ist, im 3,05 m hohen Korb einzunetzen. Auch die Ballbehandlung ist so eine Sache für sich, denn nach zwei Schüben an den großen Rädern muss der Spieler den Ball dribbeln und die Ballaufnahme vom Boden erfordert nicht nur ungemeine Fertigkeit, sondern auch eine unglaubliche Portion Koordinationsfähigkeit. 
Da stießen auch viele Sportasse aus der 9. Klasse an ihre Grenzen und scherzhaft war man sich einig, dass wenn Rollstuhlbasketball einfach wäre, es dann wohl Fußball heißen würde. 
Für den ehemaligen Gießen-46er Michael Krayl ist es eine Herzensangelegenheit, die Sportart „Rollstuhlbasketball“ gerade jungen Menschen näherzubringen. „Es wird immer über Inklusion diskutiert. Rollstuhlbasketball, egal in welcher Liga, ist das beste Beispiel für die pure Inklusion. Männer, Frauen, Handicap, kein Handicap, jung, alt, alles in einer Mannschaft - mehr kann man bei Inklusion nicht erreichen“, so der Mann vom 13-maligen Deutschen Meister.
Auch Schulleiterin Annegret Schilling zeigte sich von den Betreuern der Wetzlarer Korbjäger tief beeindruckt: „ Es ist schon faszinierend und fast unglaublich, wie viel Power und Einsatz diese Sportart erfordert und wie Günther Mayer und Michael Krayl dies einfordern können. Aber hier zeigt sich einmal mehr, dass nur wer selber brennt, andere anfeuern kann.“
Rollstuhlbasketball wurde 1946 von ehemaligen Basketballspielern in den USA erfunden, die nach Kriegsverletzungen trotzdem ihren Sport fortführen wollten. Rollstuhlbasketball ist seit den Paralympics in Rom 1960 paralympische Sportart.