Gutenberg-Schüler lernen an der Uni Gießen

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Wie funktioniert der Treibhauseffekt? Was passiert beim Klimawandel? Welche Temperaturveränderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt? – Diesen und vielen weiteren Fragen gingen jetzt 41 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern Annegret Schilling, Benjamin Philippus und Jochen Teßmer der Johannes-Gutenberg Schule in Ehringshausen nach. Dekan Professor Dr. Lutz Breuer vom Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Martin Bach veranstalteten mit den Gutenberg-Schülern einen Workshop zum Thema „Wasser und CO2“. 
Die Erinnerungen an den heißen Sommer 2018 und die allseits beherrschende Schlagzeile  der Jahrhundert-Trockenheit waren Ausgangspunkt der thematischen Einführung. Dürreperioden, Wasserknappheit und Ernteausfälle konnten schnell als die Folge des zunehmenden Klimawandels festgestellt werden. Tabellen und Schaubilder wurden engagiert kommentiert und diskutiert. „Der Boden trocknet aus, am Nordpol schmilzt das Eis, es wird im  Sommer immer heißer und trotzdem gibt es mehr Überschwemmungen“, fasste eine Schülerin die Ergebnisse treffend zusammen. Wissenschaftlicher wurde es, als es um die Erklärung des Treibhauseffekts ging: Die „Neu-Studenten“ aus Ehringshausen beschrieben das Zusammenspiel von Sonnenlicht, Atmosphäre und CO2-Molekülen. Die Sonnenstrahlen gelangen zur Erde und die Erde wird dadurch erwärmt. Die Strahlen werden reflektiert und von der Erde wieder zurück zur Atmosphäre geworfen. Dort werden allerdings immer mehr Strahlen aufgehalten, weil sie von Treibhausgasen am Durchbrechen dieser Atmosphäre gehindert werden. Dieser Teil gelangt wieder zur Erde zurück und verstärkt somit doppelt die Erderwärmung. „Minus 18 Grad Celsius kalt wäre es ohne das natürliche Schutzschild“, beschrieb Breuer eindrucksvoll  die wichtige Funktion der Atmosphäre, „aber mit diesem Schutzschild haben wir ein Temperaturmittel von ca. 15 Grad. Mit der zunehmenden Produktion von CO2 jedoch wird dieser natürliche Prozess vermindert, so dass immer weniger Wärme entweichen kann und sich insgesamt die Erderwärmung deutlich erhöht.“ Dass damit auch die weltweite Verfügbarkeit von Wasser zusammenhängt, war dann allen deutlich geworden. Die Ressourcenverteilung auf einer Weltkarte zeigte den Gutenberg-Schülern einmal mehr die Schieflage des Wasserproblems. Daher stand am Ende des Workshops noch eine persönliche „Wasserbilanz“ auf dem Stundenplan, die einen bewussteren Umgang mit dieser wertvollen Ressource zum Ziel hatte. Leonie sollte ihr Frühstück zusammenstellen und bekam dann anschließend das Ergebnis präsentiert, wie hoch der Wasserverbrauch dafür gewesen ist. „Das hätte ich nicht gedacht, dass für die Herstellung der Lebensmittel so viel Wasser verbraucht werden würde“, sagte die Schülerin, als sie auf einen Wert von 2450 Liter kam. „Und bei meinem Frühstück“, sagte ein Mitschüler, „komme ich sogar über 6000 Liter, das ist unglaublich.“ 
Der Blick in ein Forschungslabor, der Gang über die Flure mit ausgehängten Forschungsprojektbeschreibungen und die Pause im kleinen Café unter Bananenstauden bildeten nach dem wissenschaftlichen Teil den Abschluss im Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 
 
 
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