Wenn Kapitäne, Goldgräber und Geister die Bühne stürmen…

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Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Fachbereich Deutsch mit allen Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 7 das „Balladenfestival“ und sorgte damit zum Ausklang des ersten Schulhalbjahres für ein eindrückliches Literaturerlebnis in der Aula der Johannes-Gutenberg-Schule.
Balladen sind Erzählgedichte und haben trotz ihrer lyrischen Form oft eine spannende und dramatische Handlung, die aus Dialogen hervorgeht. Und gerade das macht sie so geeignet für eine Bühnenversion. Da die Balladen im Deutsch-Lehrplan des Jahrgangs 7 auf dem Programm stehen, setzten sich die Deutsch-Kurse 7 in den vergangenen Wochen also intensiv mit dieser Textgattung auseinander. Jeder Kurs studierte zu einer anderen Ballade eine eigene Bühnenversion ein, die dann am Tag des „Festivals“ den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 7 vorgeführt werden sollte. 
Am Morgen des „Balladen-Festivals“ lag dann eine aufgeregte Stimmung in der Luft der voll besetzten Aula, denn Lampenfieber gehört natürlich zu jedem Bühnenauftritt dazu. 
Nach der musikalischen Eröffnung der Veranstaltung durch die Schulband und den Wahlpflichtkurs II „Musical“ von Musiklehrer Uwe Witzel und einem Grußwort von Schulleiterin Annegret Schilling ließen die Moderatorinnen Anastasija Jastrebow, Isabel Baena Claas und Maria Martin aus Klasse 9e das Los über die Reihenfolge der Beiträge entscheiden.
Den Anfang machte die „Bettlerballade“ von Conrad Ferdinand Meyer, aufgeführt vom Deutschkurs von Heike Haas. In einem anschaulichen Lesetheater mit echter Festtafel wurde gezeigt, wie Bettler den Prinzen Bertarit mit einem Trick vor einem Mordkommando retten. Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ wurde von der Deutschklasse von Silke Riedl mit spektakulärem Bühnenbild in Szene gesetzt, wobei die Schülerinnen und Schüler die berühmte Frage „Junge, wiste ´ne Beer?“ in eine Vielzahl von Sprachen übersetzten. Der Kurs von Magdalena Rautenburg brachte anschließend ein fast „echtes“ Pferd auf die Bühne, auf dem „der Vater mit seinem Kind“ auf der erfolglosen Flucht vor Johann Wolfgang von Goethes „Erlkönig“ durch Nacht und Wind ritten. In Emanuel Geibels „Goldgräber“, aufgeführt durch den Kurs von Miriam Eisner, konnte das Publikum dann gebannt beobachten, wie drei zunächst erfolgreiche Goldgräber sich in ihrer Habgier gegenseitig umbringen. Das Schlusslicht der Veranstaltung bildete „John Maynard“ des brandenburgischen Schriftstellers Theodor Fontane. Die Schülerinnen und Schüler von Julia Arhelger standen vor John Maynards Grabstein und schilderten in wechselnden Sprechchören, wie der mutige Kapitän das brennende Schiff ans rettende Ufer lenkte, wohl wissend, dass er dabei selbst sein Leben verlieren würde, um wiederum das Leben der Menschen an Bord zu retten.
Einen würdigen musikalischen Ausklang fand die gelungene Veranstaltung durch zwei Beiträge des Wahlpflichtkurses II „Musical“ unter der Leitung von Nicolas Loh.
Schulleiterin Annegret Schilling dankte allen teilnehmenden Kursen mit einem kleinen Geschenk, gestiftet vom Förderverein der Schule: “Wenn man sieht mit wie viel Energie und Spielfreude alle Schülerinnen und Schüler dabei waren, erlebt man die pure Schönheit der Literatur doppelt. Die Veranstaltung war ein unglaublicher Genuss und ein Happen für die Sinne.“