Vom Schreibtisch in die Erlebniswelt Natur

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Unterricht praxis- und lebensnah zu erfahren, ist immer eine ganz besondere Form von Wissensvermittlung. Davon konnten sich jetzt die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d der Johannes-Gutenberg-Schule in ihrem Biologieunterricht überzeugen.
Denn besonders zur Frühlingszeit, in der die Natur zu explodieren scheint, lohnt sich immer ein Schulausflug in Flora und Fauna, getreu dem Motto „Wenn du etwas über Blumen und Pflanzen erfahren möchtest, dann geh nach draußen in die Natur und lerne sie kennen“.
 Und dass auch während der Corona-Krise Unterricht zu Hause keinesfalls bedeutet, dass man nur am Schreibtisch sitzen und Aufgaben bearbeiten muss, bewies nun mit einem tollen Projekt die Klasse 5d zusammen mit ihrer Biologielehrerin Stephanie Kässmann. 
Die Schülerinnen und Schüler  hatten von ihrer Lehrerin den Auftrag erhalten,  ein Herbarium zu erstellen und zu gestalten. 
Aber was ist ein Herbarium?
Ein Herbarium, so fanden die Kinder heraus, ist eine Sammlung trockenkonservierter Pflanzen, die zusammen mit ihrer botanischen Beschreibung und möglichst genauen Angaben zum Fundort auf sogenannten Herbabögen fixiert werden. 
Das Forschen und Entdecken wird hier ganz groß geschrieben!
Die jungen Forscher aus der 5d lernten mit allen Sinnen heimische Pflanzen kennen und fanden auf motivierende Weise Zugang zu erstem wissenschaftlichem Arbeiten, wie  beispielsweise das Anlegen einer Sammlung oder das Herbarisieren von Pflanzen. Gerade beim Gestalten mussten sie genau und geduldig arbeiten, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. 
Zunächst aber wurde der heimische Schreibtisch mit dem schönen Garten, der blühenden Wiese oder dem verwunschenen Wald getauscht. Dann ging es auf die Suche nach geeigneten Pflanzen oder Blättern. Diese wurden gesammelt, wenn möglich schon vor Ort bestimmt sowie Fundort und Datum notiert. 
Und alle waren sich einig, dass es rund um das Wunderwerk „Pflanze“ sehr vieles zu entdecken gab. Da waren etwa die filigranen Blütenkelche, die fein geäderten Blätter, die manchmal samtig, manchmal glänzend und manchmal ganz außergewöhnlich daherkamen. 
Eine Selbstverständlichkeit war jedoch, dass keine Pflanzen gesammelt werden durften, die unter Naturschutz stehen oder den gefährdeten Arten angehören. 
Die jetzt gesammelten Blätter wurden dann zu Hause möglichst schnell von den kleinen Projektteilnehmern zwischen Küchenpapier oder Zeitungspapier gelegt und dann für mindestens 10 Tage mit einem Gewicht, wie z.B. einem Buch, beschwert. 
Die Flüssigkeit wurde somit aus den Pflanzen gepresst, sie waren trocken und konnten nun mit mehreren schmalen Papierstreifen auf einem Herbarbogen, dem Bestimmungsbogen, befestigt werden. Jetzt mussten nur noch die Informationen über die gesammelte Pflanze ergänzt, ein Inhaltsverzeichnis und ein Deckblatt erstellt werden und schon war das Herbarium fertig.
Dazu Biologielehrern Stephanie Kässmann: “Für die Schülerinnen und Schüler  der Klasse 5d war es dieses Mal eine ganz andere und realitätsnahe  Art sich mit Pflanzen zu beschäftigen, denn schon der schwedische Naturforscher Carl von Linné wusste, dass ein Herbarium besser als jede Darstellung und somit eine Notwendigkeit für jeden Botaniker ist.“