Schule wird zum „Irrenhaus“

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Aufführung „Die Physiker“ an der Johannes-Gutenberg-Schule Ehringshausen.
Eine packende Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie „Die Physiker“ konnten die drei 10. Gymnasialklassen der Johannes-Gutenberg-Schule Ehringshausen erleben. Die gut einstündige Vorstellung des Wiener Ensembles „Forumtheater“ fand in der Aula der Grundschule Ehringshausen statt. Die Schüler hatten die Lektüre zuvor ausführlich im Unterricht behandelt. Nun bekamen sie mit diesem Theaterstück eine gute Gelegenheit, eine von vielen möglichen Bühnenumsetzungen des Klassikers aus dem Jahre 1962 zu erleben.
 
Das Thema des Stückes ist leider auch heute noch aktuell. Dürrenmatt beschäftigt sich in seiner Tragikomödie mit der Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft im Allgemeinen und der Atomkraft im Speziellen. Wie weit darf die Wissenschaft gehen und wie sollte ein Wissenschaftler mit neuen Entdeckungen umgehen? „Was wir denken, hat seine Folgen!“, so Möbius, einer der drei Physiker, der sich verrückt stellt und in ein „Irrenhaus“ einweisen lässt, damit seine gefährlichen physikalischen Entdeckungen nicht in die falschen Hände geraten. 
Den Schauspielern gelang es, einen Bezug herzustellen zu aktuellen Herausforderungen der Menschheit wie Gentechnik und Bio-Waffen sowie zu weltpolitischen Krisen wie in der Ukraine oder in Syrien: „Egal ob in den Sechzigern oder heute – es geht immer um Macht, Einfluss und Geld!“
Durch die Aktualität des Themas profitierten die Schüler also sowohl im literarischen, als auch im historischen und politischen Bereich.
Die jugendlichen Schüler zeigten sich begeistert von der Ausdrucksstärke der schauspielerischen Leistung  und würdigten diese mit viel Applaus.