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Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung im Sport
Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler dank kluger Unterrichtsverfahren!  
 
 
Kinder leben heute vielfach in einer bewegungsarmen Umwelt. Ursachen dafür sind unter anderem der verstärkte Medienkonsum und eine Verinselung der Lebensräume. Aufgrund der Bewegungsarmut gibt es immer mehr Kinder mit Haltungsschäden,  die ihre Bewegungen nicht koordinieren können und adipöse Ansätze zeigen.  
Eine wichtige Konsequenz muss daher sein, dass die  SchülerInnen zu sportlichen Betätigungen in ihrer Freizeit hingeführt werden, denn der Schulsport kann mit seiner geringen Stundenzahl die angelerscheinungen nicht  ausreichend kompensieren. Dazu ist Lernfreude erforderlich! 
Um den Schülern Lernfreude am Sport zu vermitteln, wird an der Johannes-GutenbergSchule Ehringshausen Wert darauf gelegt, den Unterricht offen zu gestalten und die Schüler so oft wie möglich in die Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts einzubeziehen. 
Dies kann schon bei der Mannschaftseinteilung umgesetzt werden. Einzelne Schüler bekommen im Vorfeld die Aufgabe Teams zu bilden, sodass Verantwortungsbewusstsein für eine ausgewogene Mannschaftseinteilung gefördert und Zeit für einen höheren motorischen Anteil der Sportstunde gewonnen wird. Weiterhin bekommen die Schüler immer wieder die Gelegenheit ihre Ideen mit in den Unterricht einfließen zu lassen. Hierbei wird die Eigeninitiative und Kreativität der Schüler gefördert und sie werden befähigt, aktiv an der Gestaltung des Schullebens teilzunehmen. Das Angebot zur Mitgestaltung der  Lernsituation kommt den Schülern entgegen und bietet zahlreiche Kompensationsmöglichkeiten, z.B. gegenüber der Bewegungsunlust, körperlichen Veränderungen und Isolierungstendenzen.
 
Es entsteht eine hohe Identifikation mit z.B. selbst entworfenen Hindernissen in einem Brennballparcours  oder an verschiedenen Fußballstationen. Die Bewegungsfreude der Schüler wird angeregt und sie werden zu großer Bewegungsintensität motiviert.  
Zudem sind selbst entwickelte Stationen altersgemäß und bei dieser Form des Sportunterrichts ist die Verletzungsgefahr geringer.  
Wir favorisieren so eine Unterrichtsgestaltung, die sich am individuellen Können des Schülers orientiert, ihn fordert und ihm hilft, seine Leistung zu verbessern. Jeder Schüler kann sich eigene Lernziele setzen, an denen er arbeiten will. Er bestimmt die Zeit und die Intensität der Übung. Hierdurch findet eine innere Differenzierung des Unterrichtinhaltes statt.  
 
Zugleich wird die Selbstständigkeit und Selbstsicherheit der Schüler gefördert. Die Kleingruppenarbeit erfordert und entwickelt das gemeinsame soziale Lernen. Einzelne Schüler werden zu „Hilfslehrern“ bzw. zu Experten und helfen ihren Mitschülern.  
Der Lehrer nimmt die Beobachter- und Beraterrolle ein. Er kann dadurch die Leistungsfähigkeit der Schüler mit der gebotenen Aufmerksamkeit und Genauigkeit ermitteln und sich einzelnen Schülern widmen, um ihnen individuell zu helfen. Er kann Lernfortschritte einzelner Schüler erkennen und diese in der Reflexion thematisieren.  
In Reflexionsphasen lernen Schüler das Gelernte sprachlich darzustellen. Hilfreich sind hierbei Fachausdrücke und die Kenntnis ihrer Bedeutung, wie z.B. koordinative- und konditionelle Fähigkeiten.  
Die Schüler erkennen, dass ihre z.B. selbst entworfenen Pläne sinnvoll zur Schulung der sportlichen Leistungsfähigkeit sind. Ein Unterrichtsverfahren, welches die SchülerInnen stärkt.  
 
Michael Guht, Sportlehrer